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Nebeneinkommen

Freelancing starten: worauf es ankommt

Fiverr, Upwork, Malt und freelancermap im Vergleich: Gebühren laut Anbieter, Auszahlung, Preise richtig kalkulieren und die ersten Aufträge gewinnen.

Aktualisiert am . Mit KI-Unterstützung erstellt und von der Redaktion verantwortet (wie wir arbeiten).

Worauf kommt es an, wenn du als Freelancer starten willst? Auf vier Punkte: eine klar abgegrenzte Leistung, die passende Plattform, einen Preis, der die Gebühr enthält, und die Meldung beim Finanzamt innerhalb eines Monats. Die Gebühren unterscheiden sich deutlich: Fiverr zahlt 80 Prozent aus, Upwork berechnet 0 bis 15 Prozent, Malt standardmäßig 5 Prozent, freelancermap keine Provision.

Freelancing: worum geht es?

Als Freelancer verkaufst du eine Fähigkeit pro Auftrag, zum Beispiel Texte, Grafiken, Übersetzungen oder Programmierung. Du bist selbständig, nicht angestellt. Für den Einstieg nutzen viele eine Plattform, weil Kunden dort schon suchen. Die Plattform kostet aber mit.

Für diesen Ratgeber haben wir die Hilfe- und Preisseiten der Plattformen und die Gesetzestexte ausgewertet, Stand 17.10.2026. Wir haben keine Plattform selbst genutzt oder getestet.

Die wichtigsten Kriterien

Gebühr. Die Plattformgebühr entscheidet, wie viel von deinem Preis bei dir ankommt. Rechne sie immer in dein Angebot ein.

Auftragsmodell. Auf manchen Plattformen bestellen Kunden feste Pakete, auf anderen bewirbst du dich auf ausgeschriebene Projekte. Das verlangt unterschiedliche Arbeit: Paketbeschreibungen oder Bewerbungstexte.

Auszahlung und Fristen. Plattformen mit eigener Zahlungsabwicklung geben Geld erst nach einer Frist frei. Fiverr nennt 14 Tage nach Abschluss der Bestellung, für Programme wie Top Rated oder Fiverr Pro eine kürzere Frist.

Währung. Fiverr gibt Mindestbeträge und Gebühren in US-Dollar an und weist darauf hin, dass der Betrag, der bei dir ankommt, durch Wechselkurse oder Gebühren des Auszahlungsanbieters geringer ausfallen kann.

Absicherung. Bei einer Plattform mit Zahlungsabwicklung zahlt der Kunde über die Plattform. Fiverr und Upwork nennen außerdem eine Klärung von Streitfällen, Fiverr über das sogenannte Resolution Center. Malt nennt eine in den Projekten enthaltene Berufshaftpflichtversicherung.

Steuerliche Einordnung. Ob du freiberuflich oder gewerblich arbeitest, entscheidet über die Anmeldung beim Gewerbeamt.

Plattformen im Vergleich

Alle Angaben stammen von den Hilfe- und Preisseiten der Anbieter. Gebühren und Bedingungen ändern sich, prüfe sie vor der Anmeldung.

Plattform So kommst du an Aufträge Gebühr für dich laut Anbieter Auszahlung laut Anbieter
Fiverr Du stellst feste Leistungspakete („Gigs“) ein, Kunden bestellen direkt du erhältst 80 Prozent der bezahlten Summe 14 Tage nach Abschluss verfügbar, für Top Rated und Fiverr Pro kürzer; PayPal ohne Auszahlungsgebühr ab 1 US-Dollar
Upwork Du bewirbst dich mit Angeboten auf ausgeschriebene Projekte 0 bis 15 Prozent je Vertrag, vorab sichtbar, danach fest über Upwork
Malt Profil auf der Plattform, Angebote an Kunden per Kostenvoranschlag Standard 5 Prozent zzgl. MwSt.; bei bestimmten Projekten in Frankreich, Spanien und Belgien anfangs 10 Prozent bei qualifizierten Projekten innerhalb von 10 Werktagen, nachdem der Kunde das Projektende bestätigt hat
freelancermap Projektbörse, Kontakt und Abrechnung direkt mit dem Kunden keine Provision; Basis 0 Euro mit 10 Bewerbungen pro Monat, Premium laut Preisseite 13,99 Euro pro Monat mit unbegrenzten Bewerbungen direkt vom Kunden auf deine Rechnung

Plattform oder Direktkunden?

Eine Plattform bringt Sichtbarkeit bei Kunden, die gerade suchen, und übernimmt Teile der Abrechnung. Dafür zahlst du eine Gebühr und hältst dich an die Regeln der Plattform. Als neues Profil hast du dort noch keine Bewertungen, an denen sich Kunden orientieren können.

Direktkunden findest du in deinem Umfeld, bei früheren Arbeitgebern, in Vereinen oder über ein Profil in einem beruflichen Netzwerk. Es fällt keine Plattformgebühr an, aber du schreibst Rechnungen selbst und trägst das Risiko, wenn ein Kunde nicht zahlt. Eine Projektbörse wie freelancermap liegt dazwischen: Sie vermittelt den Kontakt, abgerechnet wird direkt.

Als Angestellter prüfe deinen Arbeitsvertrag und mach deinem Arbeitgeber keine Konkurrenz.

Den eigenen Preis festlegen

Für die Plattformgebühr gilt: Angebotspreis = Wunschbetrag / (1 - Gebühr).

Rechenbeispiele mit frei gewählten Werten: Du willst nach Gebühr 300 Euro erhalten. Auf Fiverr mit 80 Prozent Auszahlung brauchst du 300 / 0,8 = 375 Euro als Paketpreis. Auf Upwork bei 10 Prozent Gebühr sind es 300 / 0,9 = 333,33 Euro. Upwork rechnet in seinem Hilfeartikel selbst so: Wer 20 US-Dollar pro Stunde behalten will, verlangt bei 10 Prozent Gebühr 22,22 US-Dollar. Auf Malt mit 5 Prozent sind es 300 / 0,95 = 315,79 Euro, zuzüglich Mehrwertsteuer auf die Gebühr. Malt zeigt den Nettobetrag nach eigener Angabe beim Erstellen des Kostenvoranschlags an.

Neben der Gebühr gehören in deinen Preis die unbezahlte Zeit für Angebote, Abstimmung und Rechnungen, deine Kosten für Software, Geräte und Internet sowie Rücklagen für Einkommensteuer und gegebenenfalls Umsatzsteuer. Wirst du hauptberuflich selbständig, kommen Kranken- und Altersvorsorge hinzu. Danach können noch Auszahlungsgebühren anfallen, Fiverr nennt zum Beispiel 1 US-Dollar für die Banküberweisung über Payoneer.

Pakete mit festem Umfang schützen dich vor endlosen Korrekturen. Lege fest, wie viele Korrekturschleifen enthalten sind und was zusätzliche kosten.

Für wen eignet sich was?

  • Einsteiger mit klarer Einzelleistung: Fiverr, weil du ein festes Paket anbietest und Kunden direkt bestellen.
  • Wer sich gern auf Projekte bewirbt: Upwork oder freelancermap, mit Bewerbungen auf ausgeschriebene Aufträge.
  • Fachleute mit Projektgeschäft: Malt, mit Kostenvoranschlägen und einer Standardgebühr von 5 Prozent zzgl. MwSt.
  • Wer schon Kontakte hat: Direktkunden, ohne Plattformgebühr, mit eigener Rechnung.
  • Unter 18-Jährige: Fiverr verlangt ein Mindestalter von 18 Jahren, Jüngere ab 13 Jahren nur über das Konto eines Elternteils.

Profil und erste Aufträge

Klare Leistung. Biete etwas Abgegrenztes an, etwa „Produkttext für Onlineshops, bis 300 Wörter, zwei Korrekturschleifen“, statt „Ich schreibe alles“.

Arbeitsproben. Zeige zwei bis drei Beispiele. Ohne Kundenprojekte erstellst du Muster, die als solche gekennzeichnet sind.

Vollständiges Profil. Foto, Beschreibung, Fähigkeiten, Sprachen. Fiverr empfiehlt außerdem eine Identitätsprüfung und ein Portfolio.

Bewerbungen auf das Problem schreiben. Geh im ersten Satz auf das ein, was der Kunde braucht, nicht auf deinen Lebenslauf.

Schnell antworten. Fiverr nennt schnelle Antworten auf Anfragen ausdrücklich als Faktor für die Sichtbarkeit.

Kleine Pakete zuerst. Ein überschaubarer erster Auftrag ist leichter zu gewinnen und bringt die erste Bewertung.

Steuern, Rechnung, Absicherung

Freier Beruf oder Gewerbe. Schriftstellerische, künstlerische, unterrichtende und übersetzende Tätigkeiten sind nach § 18 EStG freie Berufe. Dafür meldest du dich nach § 138 AO innerhalb eines Monats beim Finanzamt, ein Gewerbe brauchst du nicht. Andere Tätigkeiten sind oft ein Gewerbe und werden zusätzlich beim Gewerbeamt angemeldet.

Umsatzsteuer. Bleibt dein Umsatz im Vorjahr bis 25.000 Euro und im laufenden Jahr bis 100.000 Euro, kannst du die Kleinunternehmerregelung nach § 19 UStG nutzen und stellst Rechnungen ohne Umsatzsteuer. Bei Kunden oder Plattformen im Ausland gelten Sonderregeln. Für Angestellte mit kleinen Nebeneinkünften gibt es die 410-Euro-Grenze, Details im Ratgeber Nebeneinkommen und Steuern.

Vertrag und Haftung. Halte Umfang, Termine, Korrekturschleifen, Nutzungsrechte und Preis schriftlich fest, auf Plattformen in der Auftragsbeschreibung. Für Tätigkeiten mit Haftungsrisiko, etwa Programmierung oder Beratung, kann eine Berufshaftpflicht sinnvoll sein.

Andere Wege vergleicht der Ratgeber Nebenbei online Geld verdienen, Angebote stehen unter Nebeneinkommen, unsere Arbeitsweise unter So vergleichen wir. Die Hinweise zu Steuern und Verträgen sind allgemeine Informationen. Für deinen Einzelfall hilft eine Steuerberatung.

Häufige Fragen

Brauche ich als Freelancer ein Gewerbe?
Das hängt von der Tätigkeit ab. Freie Berufe wie Schreiben, Übersetzen oder Unterrichten brauchen keine Gewerbeanmeldung, nur die Meldung beim Finanzamt. Andere Tätigkeiten sind oft ein Gewerbe.
Welche Plattform eignet sich für den Einstieg?
Das hängt von deiner Leistung ab. Auf Fiverr bietest du feste Pakete an, auf Upwork und freelancermap bewirbst du dich auf Projekte, auf Malt schickst du Kostenvoranschläge. Sieh nach, welche Aufträge in deinem Bereich ausgeschrieben sind.
Darf ich Kunden von der Plattform direkt weiter betreuen?
Das regeln die Nutzungsbedingungen der Plattform. Upwork etwa erwähnt eine Umwandlungsgebühr für solche Fälle. Lies die Regeln, bevor du Kontaktdaten austauschst.
Wann bekomme ich mein Geld?
Nicht sofort nach Abgabe. Fiverr gibt Einnahmen laut Hilfe-Center 14 Tage nach Abschluss frei, Malt zahlt bei qualifizierten Projekten nach eigener Angabe innerhalb von 10 Werktagen aus, nachdem der Kunde das Projektende bestätigt hat. Ohne Zahlungsabwicklung gilt das Zahlungsziel deiner Rechnung.

Quellen

  1. Fiverr Help Center: How Fiverr works for freelancers (abgerufen 17.10.2026), help.fiverr.com
  2. Fiverr Help Center: Withdrawing your earnings and managing payout methods (abgerufen 17.10.2026), help.fiverr.com
  3. Upwork Help: Learn about the Freelancer Service Fee (abgerufen 17.10.2026), support.upwork.com
  4. Malt Hilfe: Wie funktionieren die Malt-Servicegebühren für Freelancer? (abgerufen 17.10.2026), help.malt.com
  5. freelancermap: Preise für Freelancer (abgerufen 17.10.2026), freelancermap.de
  6. § 18 EStG: Selbständige Arbeit, freie Berufe (gesetze-im-internet.de), gesetze-im-internet.de
  7. § 138 AO: Anzeigen über die Erwerbstätigkeit (gesetze-im-internet.de), gesetze-im-internet.de
  8. § 19 UStG: Besteuerung der Kleinunternehmer (gesetze-im-internet.de), gesetze-im-internet.de

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