KI-Tools für Selbständige: worauf du bei Kursen, Prompts und Software achtest
Aktualisiert am . Mit KI-Unterstützung erstellt und von der Redaktion verantwortet (wie wir arbeiten).
In diesem Vergleich stehen drei Arten von Angeboten. E-Books und Prompt-Sammlungen liefern fertige Anweisungen für Chat-Assistenten. Kurse und Schulungen erklären den Einsatz von KI im Arbeitsalltag. Software erledigt eine bestimmte Aufgabe, etwa Rechnungen schreiben oder eine Website bauen. Alle drei versprechen Zeitersparnis. Ob du sie bekommst, hängt davon ab, wie gut das Angebot zu deiner Aufgabe passt und wie aktuell es ist. Wie die Reihenfolge entsteht, steht unter So vergleichen wir.
Was die Spalten der Tabelle aussagen
Preis. Unterscheide Einmalkauf und Abo. Ein E-Book bezahlst du einmal, Software kostet oft jeden Monat. Rechne Abos aufs Jahr hoch und prüf, ob sich Aufgaben mit einem Werkzeug überschneiden, das du schon bezahlst.
Format. E-Book, Videokurs oder Software. Bei Software zählt, ob sie im Browser läuft oder installiert wird, und welche Grenzen der Tarif hat.
Geld-zurück. Die Spalte zeigt eine freiwillige Garantie laut Anbieter. Bei sofort abrufbaren Inhalten kann das gesetzliche Widerrufsrecht schon mit dem Zugriff enden, wenn du im Bestellformular zugestimmt hast.
Zugang. Bei KI-Themen besonders wichtig. Modelle, Oberflächen und Preise der Assistenten ändern sich häufig. Ein Kurs ohne Updates kann schnell Menüs und Funktionen zeigen, die es so nicht mehr gibt. Frag nach, ob und wie lange Updates enthalten sind.
Prompt-Sammlungen und E-Books
Eine Prompt-Sammlung spart dir das Ausprobieren, wenn ihre Beispiele zu deinen Aufgaben passen. Prüf vor dem Kauf drei Punkte.
Gratis-Stufe zuerst. Claude und Gemini haben laut ihren Preisseiten eine kostenlose Stufe. Teste dort deine typischen Aufgaben, bevor du Geld für Anleitungen ausgibst.
Passendes Werkzeug. Viele Sammlungen sind auf einen bestimmten Assistenten oder eine Plattform zugeschnitten. Passt sie nicht zu dem Werkzeug, das du nutzt, musst du jede Anweisung umbauen.
Eigene Prüfung bleibt. Chat-Assistenten können falsche Angaben erzeugen. Zahlen, Rechtsaussagen und Zitate prüfst du vor der Verwendung an einer Primärquelle, egal wie gut der Prompt ist.
Welche Assistenten es gibt, was ihre Tarife kosten und wo ihre Grenzen liegen, vergleicht der Ratgeber ChatGPT, Claude oder Gemini.
Kurse, Schulungen und KI-Kompetenz
Manche Kurse werben mit einem „Führerschein“ oder Zertifikat. Rechtlich gilt: Seit dem 2. Februar 2025 verlangt Art. 4 der KI-Verordnung von Anbietern und Betreibern von KI-Systemen Maßnahmen, um die KI-Kompetenz ihres Personals und von Personen in ihrem Auftrag zu fördern. Betreiber ist laut Art. 3, wer ein KI-System in eigener Verantwortung nutzt, außer rein privat. Das gilt also auch für Solo-Selbständige. In der Fassung nach dem AI-Omnibus, in Kraft seit 27. Juli 2026, schreibt Art. 4 ausdrücklich kein bestimmtes Kompetenzniveau vor. Ein Zertifikat ist also keine Pflicht. Eine Schulung kann eine solche Maßnahme sein, eine interne Anleitung auch.
Prüf bei einem Kurs, ob er neben der Bedienung auch Grenzen und Risiken behandelt: Datenschutz, falsche Ausgaben, Urheberrecht und Kennzeichnung. Die Transparenzpflichten der KI-Verordnung gelten seit August 2026. Für Selbständige betreffen sie vor allem Deepfakes und KI-Texte zu Angelegenheiten von öffentlichem Interesse. Wann eine Kennzeichnung nötig ist, erklärt der Ratgeber KI-Texte kennzeichnen.
Software: Rechnung, Website und Daten
Datenschutz. Personenbezogene Daten deiner Kundschaft gehören nur in ein Werkzeug, mit dem die Verarbeitung vertraglich geregelt ist, in der Regel über einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung. Frag beim Anbieter nach, bevor du Kundendaten eingibst.
Rechnungsprogramme. Als Kleinunternehmer nach § 19 UStG brauchst du auf der Rechnung unter anderem Name und Anschrift beider Seiten, Steuernummer oder USt-IdNr., Datum, Leistungsbeschreibung, Entgelt und einen Hinweis auf die Steuerbefreiung (§ 34a UStDV). Deine Rechnungen darfst du immer als sonstige Rechnung verschicken, etwa als PDF. Für andere Unternehmer gelten Übergangsfristen zur E-Rechnung bis Ende 2026, mit höchstens 800.000 Euro Vorjahresumsatz bis Ende 2027 (§ 27 Abs. 38 UStG). Ein Programm sollte deshalb auch E-Rechnungen ausstellen können, falls du die Kleinunternehmergrenze überschreitest. Tarife und Gratis-Stufen vergleicht der Ratgeber Rechnungsprogramm für Kleinunternehmer.
Website-Baukästen. Prüf, was der Tarif nach dem ersten Abrechnungszeitraum kostet, ob du eine eigene Domain verbinden kannst und ob du Inhalte bei einem Wechsel exportieren darfst. Ein Impressum brauchst du auf jeder geschäftlichen Seite, egal womit sie gebaut ist.
Für wen eignet sich was?
- Gelegentliche Texte: die Gratis-Stufe eines Assistenten, eventuell ergänzt um eine günstige Prompt-Sammlung für deine Aufgaben.
- Tägliche Arbeit mit Texten und Dokumenten: ein Kurs mit Updates und ein Werkzeug, das du regelmäßig nutzt. Einen Überblick nach Aufgaben gibt der Ratgeber KI-Tools für Selbständige.
- Wer Mitarbeitende oder Auftragnehmer hat: eine Schulung oder interne Anleitung als Maßnahme nach Art. 4 und ein Tarif mit vertraglicher Grundlage für den Datenschutz.
- Wer Rechnungen schreibt: ein Rechnungsprogramm, das die Pflichtangaben abbildet und E-Rechnungen lesen und ausstellen kann.
- Wer eine einfache Website braucht: ein Baukasten mit eigener Domain und Exportmöglichkeit.
Preise und Funktionen ändern sich häufig, maßgeblich ist die Seite des Anbieters am Tag der Buchung. Die Hinweise zu Recht und Steuern sind allgemeine Informationen und ersetzen keine Beratung im Einzelfall.
Häufige Fragen
- Brauche ich für KI im Beruf ein Zertifikat?
- Nein. Art. 4 der KI-Verordnung verlangt, dass du Maßnahmen zur KI-Kompetenz bei dir und Personen in deinem Auftrag ergreifst. Ein bestimmtes Kompetenzniveau oder ein Zertifikat schreibt die Vorschrift nicht vor.
- Brauche ich eine Prompt-Sammlung, wenn es Gratis-Stufen gibt?
- Teste zuerst deine typischen Aufgaben in der kostenlosen Stufe eines Assistenten, etwa Claude oder Gemini. Eine Sammlung hilft, wenn sie zu deinen Aufgaben passt und zum Werkzeug, das du nutzt.
- Darf ich Kundendaten in ein KI-Tool eingeben?
- Nur, wenn die Verarbeitung datenschutzrechtlich abgesichert ist, in der Regel über einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung mit dem Anbieter. Ohne diese Grundlage gib keine personenbezogenen Daten ein.
- Welche Angaben braucht eine Rechnung als Kleinunternehmer?
- Nach § 34a UStDV unter anderem Name und Anschrift beider Seiten, Steuernummer oder USt-IdNr., Ausstellungsdatum, Leistungsbeschreibung, Entgelt und einen Hinweis auf die Steuerbefreiung.
- Muss ich KI-generierte Texte kennzeichnen?
- Nicht pauschal. Die Transparenzpflichten der KI-Verordnung betreffen vor allem Deepfakes und KI-Texte zu Angelegenheiten von öffentlichem Interesse ohne menschliche Prüfung. Plattformen können eigene Regeln haben.
Quellen
- KI-Verordnung, Art. 4 KI-Kompetenz in der geänderten Fassung (AI Act Explorer, abgerufen 18.10.2026), artificialintelligenceact.eu
- EU-Kommission: AI Act, Zeitplan der Anwendung und AI-Omnibus, in Kraft seit 27.07.2026 (abgerufen 18.10.2026), digital-strategy.ec.europa.eu
- KI-Verordnung, Art. 3 Begriffsbestimmungen, Nr. 4 Betreiber (AI Act Explorer, abgerufen 18.10.2026), artificialintelligenceact.eu
- KI-Verordnung, Art. 50 Transparenzpflichten, Abs. 4 Deepfakes und Texte von öffentlichem Interesse (AI Act Explorer, abgerufen 18.10.2026), artificialintelligenceact.eu
- Anthropic: Claude Pläne und Preise, kostenloser Free-Plan (abgerufen 18.10.2026), claude.com
- Google: Gemini und Google AI Abos, kostenlose Version (abgerufen 18.10.2026), gemini.google
- § 34a UStDV: Rechnungen über steuerfreie Umsätze von Kleinunternehmern (gesetze-im-internet.de), gesetze-im-internet.de
- § 27 UStG: Allgemeine Übergangsvorschriften, Abs. 38 E-Rechnung (gesetze-im-internet.de), gesetze-im-internet.de
- § 356 BGB: Erlöschen des Widerrufsrechts bei digitalen Inhalten in Abs. 6 (gesetze-im-internet.de), gesetze-im-internet.de
- § 5 DDG: Allgemeine Informationspflichten, Impressum (gesetze-im-internet.de), gesetze-im-internet.de
- § 19 UStG: Besteuerung der Kleinunternehmer (gesetze-im-internet.de), gesetze-im-internet.de
Vor dem Kauf lesen
- ChatGPT, Claude oder Gemini: Preise und Grenzen im Vergleich
ChatGPT, Claude und Gemini im Vergleich: Gratis-Stufen, Einzel- und Team-Tarife mit Preisen, Nutzungsgrenzen und Datenregeln laut Anbieter, Stand Oktober 2026.
- KI-Texte kennzeichnen: wann es Pflicht ist
Wann KI-Texte, Bilder und Videos gekennzeichnet werden müssen: Artikel 50 der KI-Verordnung, Regeln von Amazon KDP und YouTube, Google-Suche, Urheberrecht.
- KI-Tools für Selbständige: worauf es ankommt
Welche KI-Werkzeuge es für Text, Übersetzung, Automatisierung und Buchhaltung gibt, was die Einstiegstarife kosten und welche Pflichten dabei gelten.
- Rechnungsprogramm für Kleinunternehmer: worauf es ankommt
Lexware Office, sevdesk, easybill und Zervant: Tarife, Gratis-Stufen und E-Rechnung im Vergleich, dazu die Pflichtangaben für Rechnungen von Kleinunternehmern.




